Fernpilotenzeugnis STS ✈️ Anleitung und Schulungen

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Drohnenführerschein STS Schweiz BAZL

Das Fernpilotenzeugnis STS (Standardszenario) ist die höchste Qualifikationsstufe für Drohnenpiloten in der Schweiz. Es ist zwingend erforderlich für Einsätze in der „Spezifischen Kategorie“, die über die Offene Kategorie (A1-A3) hinausgehen. Dazu gehören professionelle Anwendungen wie Flüge ausserhalb der Sichtweite (BVLOS) oder Einsätze in dicht besiedelten Gebieten mit schweren Drohnen.

Seit der Harmonisierung mit dem EU-Recht stellt das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) sicher, dass Schweizer Zertifikate EU-weit anerkannt werden. Hier erfahren Sie, wie Sie den STS-Schein erlangen und welche operativen Hürden Sie meistern müssen.

Die EU-Standardszenarien: STS-01 und STS-02

Anstatt für jeden Flug eine komplexe Risikoanalyse (SORA) einzureichen, können Schweizer Betreiber die vereinfachten Standardszenarien nutzen:

MerkmalSTS-01 (VLOS)STS-02 (BVLOS)
FlugartInnerhalb der SichtweiteAusserhalb der Sichtweite
EinsatzgebietBesiedeltes Gebiet (Stadt)Dünn besiedeltes Gebiet
DrohnenklasseC5 ZertifizierungC6 Zertifizierung
VoraussetzungSTS-Theorie + PraxisSTS-Theorie + Praxis

Voraussetzungen für den STS-Führerschein

  1. Basis-Zertifikate: Sie müssen bereits über den EU-Kompetenznachweis A1/A3 verfügen. Dieser ist in der Schweiz via UAS.gate kostenlos.
  2. STS-Theorieprüfung: Eine ergänzende Prüfung beim BAZL oder einer anerkannten Prüfstelle. Sie deckt Themen wie Meteorologie, Flugleistung und technische Risikominderung ab.
  3. Praktische Prüfung: Für STS ist eine Vor-Ort-Praxisprüfung zwingend. Diese muss bei einer vom BAZL anerkannten Stelle („Recognised Entity“) absolviert werden.

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Der Prozess via UAS.gate (BAZL)

In der Schweiz agieren Sie in der spezifischen Kategorie als professioneller Betreiber. Der Ablauf umfasst:

1. Die Betriebserklärung (Operational Declaration)

Sobald Sie das STS-Zeugnis besitzen, müssen Sie dem BAZL via UAS.gate (dLIS) erklären, dass Sie nach den Standardszenarien fliegen werden. Sie benötigen hierfür zwingend ein CH-LOGIN.

2. Betriebshandbuch (ConOps)

Sie sind verpflichtet, ein Betriebshandbuch (Concept of Operations) zu führen. Darin müssen Wartungsintervalle, Sicherheitschecklisten und Notfallverfahren dokumentiert sein. Das BAZL prüft diese Unterlagen bei Stichproben oder Audits.

Wichtig: Versicherungspflicht (1 Mio. CHF)

Für Operationen in der speziellen Kategorie (STS) gelten strenge Haftungsregeln. In der Schweiz ist eine Haftpflichtversicherung mit mindestens 1 Million Franken Deckungssumme gesetzlich vorgeschrieben.

Achtung: Für BVLOS-Flüge (STS-02) oder gewerbliche Einsätze in Städten reicht eine Standard-Versicherung oft nicht aus. Sie benötigen eine Police, die spezifisch für die **Specific Category** zugelassen ist.

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Kosten und Gültigkeit

  • Theorieprüfung (BAZL): Derzeit kostenfrei (Prüfungszentren wie Ittigen oder Lausanne).
  • Praxisprüfung: Kosten variieren je nach Anbieter (Recognised Entity).
  • Betriebserklärung: Die Bearbeitung durch das BAZL ist gebührenpflichtig.
  • Gültigkeit: Das STS-Fernpilotenzeugnis ist 5 Jahre gültig.

Fazit

Das Fernpilotenzeugnis STS ist der Türöffner für komplexe industrielle Drohneneinsätze in der Schweiz. Während die theoretische Vorbereitung flexibel online erfolgen kann, erfordert die praktische Prüfung eine Vorführung bei einer Fachstelle. Kombiniert mit einer soliden Dokumentation und der gesetzlichen 1 Mio. CHF Versicherung sind Sie für professionelle Missionen bestens gerüstet.

Hinweis: Stand Dezember 2025. Wir bemühen uns um Aktualität, ersetzen aber keine Rechtsberatung. Links zu Partnern können Affiliate-Provisionen enthalten. Weitere Details finden Sie auf der offiziellen Seite des BAZL.